Episode 1: Freuds `Moses des Michelangelo`

Mit Professor Dr. Georg Franzen

Sigmund Freuds Beitrag zur Analyse von Kunstwerken besteht darin, dass er spezifisch neue Ansätze zum „Sinn-Verstehen“ von Kunstwerken entwickelte. Er unternahm den Versuch, die unbewusste Bedeutung des Kunstwerks zu verstehen und nachzuvollziehen. Dabei dient die Freud-Studie «Der Moses des Michelangelo» als besonderes Beispiel, an dem die «Erlebnisfiguren» psychoanalytischer Kunstanalyse eruiert, im Vergleich mit Daten und Deutungen der kunsthistorischen Forschung nachgezeichnet und in ihrer Dignität überprüft werden können.
Die Grundlagen der psychoanalytischen Kunstanalyse und deren Anwendungsmöglichkeiten für die Kunsttherapie und kunstwissenschaftlichen Ikonologie werden skizziert.

Trailer

Zur Aktualität von Freuds Denken in Psychotherapie, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Die Theorien von Sigmund Freud haben unser Selbstbild grundlegend verändert. Seine Konzepte zur Wirksamkeit des Unbewussten nahmen in den vergangenen vielfältigen 80 Jahren Einfluss auf Entwicklungen in Psychotherapie, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Obwohl heute nicht mehr alle seiner Aussagen Gültigkeit haben, hat Sigmund Freud grundlegende psychische Gesetzmäßigkeiten formuliert, die durch aktuelle Forschungsbefunde belegt werden. Die Tagung versteht sich als Beitrag zu einem aktuellen Diskurs über die Psychoanalyse und ihren Anwendungsmöglichkeiten in Wissenschaft & Praxis.